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„Beide Seiten sind dankbar für die Möglichkeit“: Wie es wirklich ist, vietnamesische Azubis in einer deutschen Zahnarztpraxis auszubilden

„Beide Seiten sind dankbar für die Möglichkeit“: Wie es wirklich ist, vietnamesische Azubis in einer deutschen Zahnarztpraxis auszubilden

Über den Fachkräftemangel im deutschen Zahnmedizinbereich wird seit Jahren offen gesprochen. Worüber bisher weniger gesprochen wurde, ist die Frage, wie eine tatsächliche Lösung in der Praxis aussieht. Kein Positionspapier. Keine Pressemitteilung. Sondern eine echte Auszubildende, in einer echten Praxis, die einen echten Beruf gemeinsam mit einem echten deutschen Team erlernt.

Im Mai 2026 veröffentlichte die renommierte Fachzeitschrift Zahnärztliche Mitteilungen (zm) eine ausführliche Reportage genau dazu. Sie beleuchtete die Arbeit von Alexandra Ponweera, der Gründerin von Advising Professionals, und die Erfahrungen der Praxen, die über ihre Vermittlung bereits vietnamesische ZFA ausbilden. Sie sprach mit den Praxisinhabern. Sie sprach mit den Auszubildenden selbst. Und das Bild, das dabei entstand, ist differenziert, ehrlich und im Ergebnis durchweg positiv.

Dieser Artikel greift diese Reportage auf und zeigt, wie internationale Personalvermittlung tatsächlich aussieht, wenn man die Hochglanzbroschüren beiseitelegt.


Die Motivation: Ein Problem, das nicht verschwand

Alexandra Ponweera ist seit mehr als drei Jahrzehnten im medizinischen Bereich als Dentalhygienikerin tätig. Den Fachkräftemangel kennt sie nicht aus einer Fachzeitschrift, sondern aus unzähligen Gesprächen, beruflich wie privat. Das Muster war immer das gleiche. Die Praxen brauchten zuverlässiges, qualifiziertes Personal, und in Deutschland gab es schlicht nicht genug davon.

Aus diesem wiederkehrenden Gespräch wurde irgendwann eine Frage. Wenn die Fachkräfte in Deutschland nicht in der benötigten Zahl zu finden sind, wo dann? Der Blick ins Ausland, insbesondere nach Vietnam, hat sich als sinnvolle Antwort erwiesen. In Vietnam gibt es viele motivierte junge Menschen, für die eine Ausbildung in Deutschland eine attraktive berufliche Zukunft darstellt. Beide Seiten strukturiert zusammenzubringen wurde zum Fundament von Advising Professionals.


Alexandras Rolle: Eine zentrale Anlaufstelle, von Anfang bis Ende

Was die Praxen an der Zusammenarbeit mit Advising Professionals besonders schätzen, ist die Tatsache, dass der gesamte Prozess über eine zentrale Koordinationsstelle läuft. Alexandra steht zwischen allen Beteiligten. Der Kandidatin in Vietnam, der Sprachschule, dem lokalen vietnamesischen Partner, der deutschen Praxis, den Behörden und dem lokalen Unterstützungsnetzwerk in Deutschland.

Sie begleitet den gesamten Prozess koordinierend. Das bedeutet Kandidatenauswahl am Anfang. Das bedeutet Vorbereitung der Einreise nach Deutschland. Das bedeutet Präsenz nach der Ankunft. Das bedeutet, dass jeder einzelne Schritt strukturiert, transparent und nachhaltig umgesetzt wird.

Was im Marketing „aus einer Hand“ heißt, bedeutet in der Praxis: zum Hörer greifen, die Fragen beantworten, zu den Terminen erscheinen, da sein.


So funktioniert der Prozess

Der Prozess ist nicht improvisiert. Er folgt einer klaren Abfolge, die über die Zeit entwickelt und durch reale Vermittlungen verfeinert wurde.

Sprachvorbereitung in Vietnam. Interessierte Kandidatinnen werden in Vietnam an einer Partnersprachschule in Kooperation mit dem Goethe-Institut gezielt auf das Sprachniveau B1/B2 vorbereitet. Advising Professionals arbeitet dabei eng mit dem Vision Institut Vietnam zusammen, einem lokalen Partner, der mehrere Sprachschulen betreibt und den Auszubildenden den Zugang zu offenen B1- und B2-Kursen ermöglicht.

Auswahl und Matching. Sobald eine Kandidatin bereit ist, wird sie Advising Professionals vorgestellt und gezielt an die Praxen vermittelt, deren Bedarf sie entspricht. Das ist keine Datenbankverteilung, sondern eine bewusste Zuordnung.

Koordination und Visum. Sobald eine Vermittlung vereinbart ist, beginnen die notwendigen Formalitäten. Dazu gehört der reguläre Ausbildungsvertrag mit der Praxis, das Visumverfahren, die Anerkennung der Qualifikation und jede weitere behördliche Anforderung.

Ankunft und Integration. Alexandra begleitet die Kandidatinnen durch die praktische Realität des Neustarts in Deutschland. Bankkontoeröffnung. Anmeldung bei den Behörden. Der erste Tag in der Praxis.


Was die Kandidatinnen mitbringen müssen

Die Mindestanforderungen sind klar. Die Kandidatinnen müssen einen anerkannten Schulabschluss vorweisen. Sie müssen Deutschkenntnisse auf B1- bis B2-Niveau besitzen. Und sie müssen sich sowohl fachlich als auch praktisch auf das Leben in einem neuen Land vorbereiten.

Die finanzielle Struktur ist transparent. Die Kandidatinnen finanzieren ihre Ausbildung bis zum Sprachniveau B1 selbst. Auch der weiterführende B2-Kurs, das Visumverfahren und die Einreise nach Deutschland werden eigenständig organisiert und getragen. Erfahrungsgemäß belaufen sich diese Kosten auf etwa 3.000 bis 5.000 Euro.

Sobald die Ausbildung beginnt, erhalten die Kandidatinnen genau wie deutsche Auszubildende eine Ausbildungsvergütung. Die genaue Höhe sowie zusätzliche Leistungen wie Fahrtkostenzuschüsse, vermögenswirksame Leistungen und Weihnachtsgeld richten sich nach dem jeweiligen Ausbildungsbetrieb und basieren in der Regel auf dem geltenden Tarifvertrag. Advising Professionals wird durch den jeweiligen Ausbildungsbetrieb honoriert.


Die Perspektive der Praxen

Die wichtigste Frage für jede Praxis, die über internationale Vermittlung nachdenkt, ist einfach: Funktioniert das wirklich?

Die in zm befragten Praxen beantworten diese Frage eindeutig.

Dr. Stefan Zähringer, Praxisinhaber in Malmsheim, Baden-Württemberg, bildet inzwischen regelmäßig ZFA aus Vietnam über die Vermittlung von Frau Ponweera aus. Derzeit sind vier vietnamesische Auszubildende Teil seines Teams, verteilt auf den ersten, zweiten, dritten und einen fortgeschrittenen Ausbildungsabschnitt. Diese Kontinuität ist an sich schon ein Gewinn. Sie schafft Stabilität für den Praxisbetrieb und stärkt das Team nachhaltig.

Er beschreibt die Auszubildenden als hochmotiviert, lernbereit und teamfähig. Sie bereichern die Praxis sowohl fachlich als auch menschlich. „Für uns hat sich dieser Weg bewährt“, sagt er. Ein Detail, das das gesamte Modell zusammenfasst: Seine erste vietnamesische Auszubildende steht kurz vor der Abschlussprüfung und hat sich bewusst für einen Verbleib in der Praxis entschieden. Dieses Ergebnis, so Dr. Zähringer, bestätigt genau den Ansatz, auf dem Alexandras Arbeit aufbaut. Das Ziel ist nicht, eine Stelle zu besetzen. Das Ziel ist, eine Fachkraft nachhaltig zu integrieren, die bleibt.

Carlos M. Mendez vom IKC-Implantologisches Kompetenz Centrum GmbH/MVZ in Königsbronn hebt einen anderen Aspekt hervor: die persönliche Begleitung. Alexandra hat seine Auszubildende am Flughafen abgeholt und sie bis zur Praxis nach Königsbronn begleitet. Sie half vor Ort bei praktischen Themen, unter anderem bei der Kontoeröffnung. Nichts davon ist Glanzarbeit. Alles davon nimmt Reibung aus einem zutiefst unvertrauten Übergang.

Seine Auszubildende hat sich schnell integriert, einen eigenen Freundeskreis aufgebaut und eine kleine Community gefunden. Sowohl in der Berufsschule als auch in der Praxis entwickelt sie sich ausgesprochen gut. Sie wird strukturiert eingearbeitet, durch die designierte Ersthelferin der Praxis begleitet und genauso ausgebildet, wie jede deutsche Auszubildende ausgebildet werden würde. „Ein Zugewinn für unsere Praxis“, so beschreibt er das Ergebnis. Emsig. Fleißig. Eine Freude für das Team.

Dr. Luana Stogl von der Praxis Lieblingszahnarzt in Karlsruhe ist eher durch Zufall auf das Programm aufmerksam geworden und hat schnell entschieden. Der Grund war derselbe wie überall. Ein seit Jahren anhaltender Fachkräftemangel. Sie steht nun kurz davor, ihre beiden neuen Auszubildenden persönlich kennenzulernen und sie ab Mai 2026 zu begrüßen. „Wir freuen uns alle bereits“, sagt sie. Das gesamte Team freut sich. Der Ausblick ist positiv.

Drei Praxen, drei unterschiedliche Standorte, drei wiederkehrende Themen: Motivation, Integration und ein echter wirtschaftlicher Nutzen aus der investierten Zeit.


Die Perspektive der Auszubildenden

Die Stimmen der Kandidatinnen selbst sind ebenso wichtig und werden in solchen Diskussionen oft übersehen.

Ly Nguyen (20), die als ZFA in der Praxis von Carlos M. Mendez arbeitet, ist seit fünf Monaten in Deutschland. Sie ist ehrlich über die anfänglichen Schwierigkeiten. Am Anfang war die Sprache weit mehr als nur Grammatik aus dem Lehrbuch. Die größte Hürde war es, den Rhythmus des Alltags und die Umgangssprache der Kollegen zu verstehen. Es hat echte Überwindung gekostet, die Hemmungen beim Sprechen zu verlieren. Inzwischen empfindet sie die Sprache als eine Brücke. Eine Brücke, um die Menschen hier zu verstehen.

Sie schätzt die Klarheit der Kommunikation in Deutschland. Man weiß immer, woran man ist, weil Erwartungen offen ausgesprochen werden. Diese Transparenz, verbunden mit einem respektvollen Umgang unabhängig von der Hierarchie, hat ihr den Einstieg erleichtert. Die Unterstützung, die sie erhielt, ging deutlich über den Arbeitsplatz hinaus. Sie wurde zu Behördenterminen begleitet. Als ihre Kollegen merkten, dass sie Heimweh hatte, suchten sie aktiv nach Kontakten zu anderen Vietnamesen in der Nähe, damit sie Anschluss finden konnte. Sie hielten Ausschau nach guten vietnamesischen Restaurants und luden sie zum Essen ein. Bei der Arbeit erklärt man ihr alles geduldig, Schritt für Schritt. „Ich fühle mich bisher wirklich wertgeschätzt und warm empfangen“, sagt sie.

Nhat Le (23), die als ZFA in der Praxis von Dr. Stefan Zähringer in Malmsheim arbeitet, befindet sich im letzten Ausbildungsjahr und wird diesen Sommer ihren Abschluss machen. Sie freut sich, weiterhin in der Praxis bleiben zu können, da sie sich dort sehr wohlfühlt. Auch das Team unterstützt sie, dafür ist sie wirklich dankbar. Am Anfang war vor allem die Sprache eine große Herausforderung. Die Mentalität und die Umgangsformen sind anders als in Vietnam, und es braucht etwas Zeit, sich daran zu gewöhnen. Doch ihre Ambitionen reichen weiter. Sie denkt über Weiterbildung nach, zum Beispiel zur Dentalhygienikerin, und überlegt sogar, später vielleicht einmal Zahnmedizin zu studieren. Schwierigkeiten gibt es weiterhin, vor allem durch Heimweh oder Unsicherheit beim Sprechen. Doch insgesamt überwiegen die positiven Erfahrungen.

Thi Hong Ngo (36), ebenfalls in der Praxis von Dr. Stefan Zähringer in Malmsheim, ist seit Juli des Vorjahres in Deutschland. Sie ist offen darüber, wie schwierig der Anfang war. Das Klima. Der Tagesrhythmus. Die psychische Belastung. Vor allem die Sprache. Aber sie glaubt, das sei normal. Jeder müsse so eine Phase durchmachen. Mit der Zeit hat sie sich langsam an das Leben hier gewöhnt. Die Sprache bleibt ihre größte Herausforderung. Wie viele junge Menschen, die weit weg von ihrer Heimat leben, vermisst sie ihre Familie. Das lässt sich nicht vermeiden. Wie sie es ausdrückt: Man darf Heimweh haben, aber man muss trotzdem weiter lernen und gut arbeiten. Sie hat das Glück, mit einem freundlichen Arzt und netten Kollegen zu arbeiten, die ihr immer helfen. Manchmal fühlt sich alles wie ein Traum an, doch sie weiß, dass sie ihr Bestes gibt. Ihr Ziel ist es, eine professionelle Assistenz zu werden und sicher auf Deutsch kommunizieren zu können.

Drei Auszubildende, drei unterschiedliche Altersgruppen und Ausbildungsstadien, drei unterschiedliche Erfahrungen. Doch ein gemeinsamer Faden zieht sich durch alle Geschichten. Die Schwierigkeit der Sprache am Anfang. Der allmähliche Durchbruch. Die Wärme der Teams, die sie aufgenommen haben. Und der klare Wunsch, sich in Deutschland eine echte Zukunft aufzubauen.


Die ehrlichen Herausforderungen

Ein Blogbeitrag, der so tut, als wäre internationale Personalvermittlung mühelos, wäre irreführend und kontraproduktiv. Die Realität ist interessanter und vertrauenerweckender als die Marketingversion.

Wohnraum. Die mit Abstand am häufigsten genannte praktische Herausforderung ist die Wohnungssuche. Die Mietpreise sind in Deutschland stark gestiegen. Idealerweise sollte die Unterkunft einer Auszubildenden nicht mehr als 500 Euro im Monat kosten und WLAN beinhalten. Alles darüber hinaus engt eine Auszubildende mit einer Ausbildungsvergütung finanziell ein. Advising Professionals unterstützt aktiv bei der Wohnungssuche, oft beginnend mit einer Wohngemeinschaft als Interimslösung, bis etwas Dauerhafteres gefunden ist.

Heimweh. Es kommt vor. Es wäre unehrlich, etwas anderes zu behaupten. Oft starten zwei Kandidatinnen gemeinsam die Ausbildung, was hilft. Sie sind verbunden. Sie haben jemanden, der denselben Kontext teilt. Und die Reaktion der Praxen ist, wenn Heimweh auftritt, zutiefst menschlich. Manche haben Auszubildende abends zu sich nach Hause eingeladen. Manche haben gemeinsam vietnamesisch gekocht. Nähe und Zuwendung helfen beim Einleben. Das Ziel ist schließlich, die jungen Fachkräfte langfristig in Deutschland zu halten.

Echte Integrationsschwierigkeiten waren bisher selten. Das ist keine Marketingaussage. Es spiegelt das wider, was die Praxen selbst berichten. Wo Schwierigkeiten aufgetreten sind, waren sie praktischer und nicht zwischenmenschlicher Natur, und sie wurden gemeinsam gelöst.


Warum dieser Ansatz funktioniert

Wer die zm-Reportage vollständig liest, erkennt schnell ein Muster. Die gleichen Elemente tauchen in jeder erfolgreichen Vermittlung auf, egal welche Praxis spricht und welche Auszubildende interviewt wird.

Strukturierte Vorbereitung vor der Einreise. Sprache auf B1/B2, mit Goethe-Institut-Qualität wo möglich, ist nicht optional. Sie ist das Fundament, auf dem alles andere steht.

Selektives Matching, keine Massenvermittlung. Jede Kandidatin wird einer bestimmten Praxis vorgestellt. Das ist kein Job-Portal.

Persönliche Begleitung im Moment der Ankunft. Jemanden vom Flughafen abholen. Bei der Kontoeröffnung helfen. Da sein. Diese kleinen Handlungen reduzieren die Reibung des Übergangs erheblich.

Kontinuität des Kontakts während der gesamten Ausbildung. Vom ersten bis zum dritten Ausbildungsjahr. Probleme, die auftauchen, werden früh gelöst und nicht erst dann, wenn sie die Arbeitsbeziehung beschädigt haben.

Echtes Engagement des Arbeitgebers. Das lässt sich nicht auslagern oder skripten. Praxen, die mit internationalen Auszubildenden erfolgreich sind, sind Praxen, die sie schlicht als Teil des Teams behandeln.

Alexandra Ponweera bringt es auf den Punkt. Beide Seiten sind dankbar für die Möglichkeit. Die Praxis gewinnt eine motivierte, qualifizierte, langfristige Fachkraft. Die Auszubildende gewinnt eine berufliche Zukunft in Deutschland. Das Modell funktioniert, weil beide Seiten etwas Echtes zu gewinnen haben.


Was das für Ihre Praxis bedeutet

Wenn Sie eine Praxis führen und diesen Artikel lesen, ist die relevante Frage vermutlich nicht mehr, ob internationale Vermittlung funktionieren kann. Die zm-Reportage und die Geschichten von Dr. Zähringer, Carlos M. Mendez, Dr. Stogl, Ly Nguyen, Nhat Le und Thi Hong Ngo beantworten diese Frage eindeutig.

Die relevante Frage ist, ob es für Ihre Praxis, Ihr Team und Ihren zeitlichen Rahmen das Richtige ist. Das ist ein Gespräch, keine Broschüre.

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